PARANORMALE PHÄNOMENE

 EXISTIERT DAS ÜBERSINNLICHE?

SCHNELLÜBERSICHT

– Sog. paranormale oder „PSI-Phänomene“ scheinen auf die Existenz verborgender Wirklichkeitsebenen zu deuten, die sich im Widerspruch zu den (bekannten) Naturgesetzen befinden.

– Oft diskutierte PSI-Phänomene sind Spuk, außersinnliche Wahrnehmungen wie Fernwahrnehmung, Zukunftssehen, Hellsehen, Gedankenübertragung und Telekinese (Einwirkung auf die Materie durch Gedankenkraft), u.a.

– Experimentelle Befunde liefern manchmal „bemerkenswerte“, insgesamt aber widersprüchliche, interpretationsabhängige und letztendlich kaum aussagekräftige Ergebnisse.

-Viele PSI-Phänomene beruhen auf Einbildung, Tricks, natürliche Einflussgrößen und müssen letztlich als nicht real eingestuft werden!

– Es gibt keinen objektiven Beweis und keine interpretationsunabhängigen Indizien für die Existenz paranormaler bzw. übernatürlicher Vorgänge!

– Ein totaler Gegen-Beweis existiert ebenfalls nicht (bzw. ist nicht definierbar).

GESUNDBETEN, FERNHEILUNG

Können Gebete und Segenswünsche menschliche Schicksalsverläufe beeinflussen? In den USA wurde eine Studie mit 1800 Herzpatienten nach einer Bypass-Operation durchgeführt. Die Studienteilnehmer wurden in drei Gruppen unterteilt: Eine Gruppe wusste, dass fremde Menschen für sie beten, einer zweiten wurde gesagt, es könnte sein, dass sie Beistand durch Gebete erhalten würde und eine dritte Gruppe musste wissentlich ohne Gebete auskommen. Alle Gebetsteilnehmer durften beten, was sie wollten – allerdings mussten sie auch die Bitte an Gott richten:“ für eine erfolgreiche Operation mit einer schnellen gesundheitlichen Erholung ohne größere Komplikationen“. 30 Tage nach der Operation konnten die Forscher keine Unterschiede im Heilungsverlauf feststellen – egal, ob für die Patienten gebetet wurde, oder nicht. Zudem stellte sich heraus, dass in jener Gruppe, die wusste, dass jemand Gottes Beistand für sie erbat, mehr Komplikationen wie Herz-Rhytmus-Störungen auftraten. Bei 18% jener Patienten, die nicht wussten, ob für sie gebetet wird traten schwerwiegende Komplikationen wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle auf. Diese Probleme widerfuhren hingegen nur 13% jener Patienten, die wussten, dass niemand für sie beten würde. Diese Zahlen widersprechen jeglicher Vermutung, durch Gebete wäre ein Einfluss zu erreichen (sofern man nicht annehmen will, Gott wäre wegen des Experiments verstimmt gewesen und hätte sich extra rausgehalten).

FLÜCHE , VERWÜNSCHUNGEN

Der in der Weltliteratur wohl berühmteste Fall einer Verfluchung betrifft den französischen König Philipp IV. („Der Schöne“) und Papst Clemens V. (bürgerlich: Bertrand de Got). Clemens V. war vom 5.Juni 1305 bis zum 20. April 1314 Papst der katholischen Kirche und trägt bis zum heutigen Tag den Beinamen „Der verfluchte Papst“. Er unterstützte die skrupellosen Bemühungen von Phillip dem Schönen, den Orden der Tempelritter zu zerschlagen. Der König wollte an das enorme Vermögen der Templer gelangen und zettelte zu diesem Zweck ein perfides Inquisitionsverfahren an, das sicher eines der größten Justizverbrechen der Geschichte war. Der Großmeister der Templer, Jacques de Molay, wurde am 18. März 1314 in Paris auf dem Scheiterhaufen verbrannt, nachdem er unter Folteranwendung allerlei ketzerische Umtriebe gestanden hatte. Auf dem Scheiterhaufen soll er sowohl Phillip den Schönen als auch Clemens V. verflucht und ihren Tod binnen Jahresfrist vorhergesagt haben. Clemens V. starb am 20. April 1314 (vermutlich an Krebs – er war bereits seit zwei Jahren gesundheitlich stark angeschlagen). Phillip der Schöne starb am 29. November 1314 an den Folgen eines Jagdunfalls. Dem Augenschein nach könnte der Fluch des Templer-Großmeisters Wirkung entfaltet haben.

FAKT IST: Die zeitnahen Berichte über die Hinrichtung von Jacques de Molay wissen nichts über einen Fluch zu berichten! Ihnen zufolge sprach der Templer-Großmeister auf dem Scheiterhaufen, ehe dieser in Brand gesteckt wurde, lediglich zwei kurze Sätze in denen er sich selbst als guten Christen bezeichnete und Gottes Beistand erbat. Erst weitaus später findet der angebliche Fluch schriftliche Erwähnung. Die Kapetinger – das königliche Geschlecht aus dem Phillip der Schöne stammte – galt dem französischen Volk allerdings schon lange Zeit vor der Zerschlagung des Templer-Ordens aufgrund verschiedener, sagen wir mal unschöner und merkwürdiger Ereignisse in deren Familiengeschichte , als das „verfluchte Geschlecht“. Also muss hier wohl eher ein umgekehrtes Ursache-Wirkungs-Verhältnis angenommen werden: Der zeitnahe Tod von König und Papst sowie der ohnehin schon vorhandene Ruf vom „verfluchten Geschlecht“ des Königs waren wohl die Ursache für eine nachträgliche Legendenbildung über einen angeblichen Fluch, der dann (ebenfalls nachträglich) auch auf den Papst ausgeweitet wurde.

SPUK und JENSEITS-KONTAKT

Viele Grusel-Filme schöpfen ihre Spannung aus Spuk-Phänomenen. Es gibt aber auch genügend Menschen, die dergleichen erlebt haben wollen: Gegenstände bewegen sich unvermittelt ohne das eine physische Kraft auf sie einwirkt, mysteriöse Geräusche entstehen, Menschen fühlen sich plötzlich beobachtet und es läuft ihnen Kalt über den Rücken, mitunter haben sie den Eindruck, inmitten eines Raumes gegen eine unsichtbare kalte Wand zu laufen. Zumeist werden Seelen Verstorbener oder jedenfalls personale Geistwesen einer jenseitigen Welt dafür verantwortlich gemacht.

FAKTEN:
Mit großangelegten Experimenten unter Einbeziehung vieler freiwilliger Versuchspersonen hat man das eine oder andere berüchtigte Spukhaus gründlich gefilzt (etwa den englischen Palast von Hampton Court in welchem sich der Geist der im Jahre 1543 enthaupteten Catherine Howard sporadisch bis in die Gegenwart herumtreiben soll). Man ist auf einige erstaunliche Ergebnisse gekommen, die nicht unbedingt den Spuk, wohl aber die dazugehörigen Geister ziemlich in Abrede stellen.

„COLD – SPOTS“
So nennt man Punkte in großen Gebäuden, an denen die Raumtemperatur deutlich niedriger liegt und man das Gefühl hat, plötzlich „Grabeskälte“ zu verspüren oder eine kalte Wand zu durchzuschreiten. Im „Hampton Court“ gibt es viele solcher Stellen. Man fand bei Untersuchungen von Temperaturprofil und Luftzirkulation aber eindeutig heraus, dass die Luft in einigen Winkeln des Schlosses durch dessen Architektur geradezu stillsteht. Der Wärmeaustausch unterbleibt hier weitgehend und an den betreffenden Stellen ist es kälter als ein paar Meter weiter. Dafür pfeift woanders der Wind durch feine Ritzen und Spalten der jahrhundertealten Mauern.

BEOBACHTET WERDEN
Es kann geschehen, dass sich Menschen spontan unheimlich und verängstigt fühlen! In solchen Augenblicken läuft es den Betroffenen „kalt über den Rücken“ und zumeist sind solche Wahrnehmung von der subjektiven Empfindung begleitet, beobachtet zu werden.
Hierzu gibt es einen interessanten und experimentell bestätigten Zusammenhang mit „Infraschall“. Darunter versteht man Schallwellen einer niedrigen Frequenz von etwa 19 Schwingungen pro Minute, die wir Menschen zwar nicht bewusst hören können, aber dennoch unbewusst wahrnehmen! Infraschall kann durch völlig banale Ursachen entstehen und bspw. von Lüftungsventilatoren erzeugt werden, die entsprechend ungünstig positioniert sind, oder sich durch Luftströmungen in größeren Räumen oder langen Korridoren bilden (etwa in zugigen Schlössern wie den Hampton Court Palace). Die Nasa hat eingehender mit Infraschall experimentiert und überaus verblüffende Zusammenhänge herausgefunden: Durch Infraschall verursachte Luftschwingungen können im Extremfall sogar das vom Auge übermittelte Bild verwischen! Man hat dann den spontanen Eindruck, aus den Augenwinkeln heraus irgendetwas oder irgendjemanden vorbeihuschen zu sehen! Blickt man aber auf die betreffende Stelle, sieht man natürlich nichts mehr! Von solchen „extremen“ Sinnestäuschungen abgesehen kann Infraschall erwiesener Maßen den Atemrhythmus dramatisch beschleunigen, Muskeln verkrampfen und panische Angst hervorrufen!

Beeindruckend hierzu ist auch ein Experiment mit 750 unwissenden Zuhörern, das von Prof. Richard Wiseman durchgeführt wurde. Bei einem Konzert wurden ihnen 4 zeitgenössische Kompositionen vorgeführt.  Zwei davon unterlegte das Team um Prof. Wiseman mit nicht hörbarem Infraschall aus einer eigens dafür entwickelten sieben Meter langen Orgelpfeife. Bei einer anschließenden Befragung gaben 22 % der Konzertgäste an, bei den manipulierten Musikstücken außergewöhnliche Empfindungen erlebt zu haben: Einige fühlten sich nur irgendwie unwohl, manche empfanden Trauer oder spürten Kälteschauer auf dem Rücken. Wieder andere berichteten von plötzlich aufkommender Nervosität und beklemmender Angst.

Als kleine Randnotiz: Beim Tsunami des Jahres 2004 im indischen Ozean wurde beobachtet, dass die Elefanten in der betreffenden Region Stunden vorher in große Panik gerieten und ins Landesinnere flüchteten. Die Erklärung: Die Flutwelle hatte eine eigene Geräuschkulisse. Die Elefanten können tiefere Tonfrequenzen als Menschen wahrnehmen und hörten deshalb schon von Weitem das, was die Menschen später aus der Nähe sehen (und teilweise nicht überleben) sollten!

GEISTERSICHTUNG
Wir sehen nicht mit den Augen, sondern mit dem Gehirn! Unser neuronaler Wahrnehmungsapparat kann durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden: Das Erdmagnetfeld und die konkreten Lichtverhältnisse in einer bestimmten Situation sind konkrete Beispiele für die natürlichen „äußeren Wahrnehmungsbedingungen“. Das Erdmagnetfeld ist nicht überall auf der Erdoberfläche gleich stark und stabil. Lokale Faktoren (etwa das Vorhandensein von Eisenerz im Boden) können dafür sorgen, dass dieses Feld an bestimmten Punkten atypische Muster aufweist. Am Beispiel des britischen Spuk-Palastes fand man heraus, dass es gerade im Bereich der Galerie, in welcher die meisten Geister gesehen worden sein sollen, besonders hoch war! Atypische Muster weist das Erdmagnetfeld nachweislich auch an vielen für Ufo-Sichtungen oder Marien- Erscheinungen bekannten Orten auf.

Die Wirkung von Magnetfeldern auf das Hirn ist experimentell belegt! Mittels eines bestimmten Gerätes kann man Magnetfelder verschiedener Stärken einige Zentimeter durch die Schädeldecke hindurch auf lokale oder größere Hirnregionen wirken lassen. Insbesondere eine derartige Reizung des linken Schläfenlappens kann zu außergewöhnlichen Wahrnehmungen führen, die vom Betroffenen als übersinnliche Erlebnisse interpretiert werden! Es ist bezeichnend, dass Epilepsie-Patienten sehr häufig mystische Erfahrungen erleben!

Wie sehr sich eine zunächst flüchtige, durch unter- oder vorbewusste Interpretation entstandene Täuschung im Bewusstsein festfressen kann, habe ich schon am eigenen Leib oder vielmehr Geist erlebt! Ich wohne in einem waldreichen Gebiet im nördlichen Schwaben (bei 86653 Monheim). Eines Abends begab ich mich bei bereits einbrechender Dunkelheit auf einen Spaziergang und schritt einen längeren, gerade verlaufenden Weg am Waldrand entlang. Etwa 200 Meter vor mir war ein Holzstoß unter einem Eichenbaum dicht am Waldrand aufgeschichtet. Die unteren Äste der gewaltigen Eiche ragten bis kurz über die Oberkante des Holzstoßes. Plötzlich erkannte ich in überaus plastischer Form die Konturen eines Mannes, der sich an den Holzstoß lehnte bzw. denselben zu seiner eigenen Deckung zu nutzen schien! Er hielt ein Gewehr im Anschlag und zielte auf das weite Feld rechts über den Wegrand hinaus. Ich empfand keinerlei Furcht, zumal ich die Figur als Jäger und nicht als übernatürliches Wesen oder einen Terroristen zu erkennen glaubte. Zudem ist mir der Jäger des diesem Punkt nahen befindlichen Dorfes „Itzing“ persönlich bekannt und ich hatte keine Veranlassung, ihm ein gegen mich gerichtetes Mordmotiv zuzuschreiben! Während ich also weiterlief und die Distanz zum vermeintlichen Schützen verringerte, verschwand diese Wahrnehmung! Kopf- und Nackenbereich des vermuteten Jägers zeigten sich nun dem Astwerk der Eiche zugehörig, der Lauf des so deutlich gesehenen Gewehres verwandelte sich zur oberen Längskante des Holzstoßes und des Waidmanns stramme Beine entpuppten sich als zwei längere Holzprügel, die hochkant an den Stoß angelehnt waren. Das menschliche Hirn vervollständigt (auch angedeutete) Muster! Ferner ist es dafür konzipiert, seinem Besitzer Gefahren rechtzeitig erkennen zu lassen! Für unsere Vorfahren konnte es lebensrettend sein, ein sich versteckendes Raubtier bereits an seinem aus dem Busch ragenden Schwanz oder anderer wenigen Merkmale als Gefahr zu erkennen! Die Genauigkeit ist hierbei unwesentlicher als die Schnelligkeit! Es ist besser einem Tiger zu entkommen als genau zu erkennen, ob man gerade von einem bengalischen Langzahn- oder einem afrikanischen Steppentiger gefressen wird (die Gattungsbezeichnungen sind hier Phantasienamen)! In diesem Sinne ist es auch „besser“, einen Holzstapel im Licht- und Schattenspiel der Abenddämmerung für einen bewaffneten Mann, als einen bewaffneten Mann fälschlich für einen Holzstapel zu erachten!

Das Gehirn vergleicht jeden eingehenden Sinnesreiz mit gespeicherten Referenzwerten und entscheidet sich für eine „naheliegende Interpretation“:

Abb.: Es fällt uns leicht, in diesem Punkt-Feld die nur dezent angedeutete menschliche Kontur zu erkennen!

Abb.: Wir können auch Wörter lesen, die teilweise verdeckt sind!

Beschreibung: Wir erkennen hier Dreiecke in der Mitte, dessen Konturen sich indirekt aus der Anordnung der verschiedenen Objekte ergeben.

Die Bilder oben zeigen angedeutete oder unvollständige Inhalte, die wir aber infolge einer (unbewusst agierenden) Fähigkeit zur Muster-Erkennung als solche vervollständigen können!

Auch auf optische Täuschungen fallen wir alle aufgrund übereinstimmender funktionsspezifischer Merkmale unserer Gehirne in identischer Weise herein.

Folgendes Bild bietet uns mehrere Interpretationsmöglichkeiten:

Noch ehe wir Zeit haben, bewusst darüber nachdenken, entscheidet sich unser Hirn für eine von mehreren möglichen Deutungen…….

……. Sei dies nun eine Vase (oder ähnliches Gefäß)……..

…….oder aber zwei sich (wie) zum Kuss annähernde Gesichter……

Der visuelle Wahrnehmungsapparat entscheidet sich auf unbewusster Ebene entweder für die Vasen- oder die Gesichtsvariante. Die zweitmögliche Interpretation kann erst nach etwas längerer Betrachtung gesehen werden. Zunächst aber schließen sie sich gegenseitig aus. Sie konkurrieren innerhalb der betreffenden Hirnvorgänge zur Mustererkennung!

 

Auch die menschliche Neigung mystische Vorstellungen zu entwickeln ist auf erweiterte Effekte solcher Grundmechanismen der Psyche zurückzuführen! Werwölfe, Hexen, Zombies, Dämonen, Vampire, etc. „existieren“ deshalb, weil der Mensch Namen für Dinge benötigt, die ihn ängstigen oder verunsichern! Ich kann zwar vor „Nichts Bestimmten“ Angst haben, ich kann mir dieses „Nichts Bestimmte“ aber kaum vorstellen! Diese „unbestimmte Angst“ vor „irgendetwas Übernatürlichem“ ist operativ schlecht zu behandeln. Indem ich meiner Angst einen Namen gebe (und eine bildhafte, inhaltlich greifbare Vorstellung entwickle), reduziert sich gleichsam das Maß meiner Hilflosigkeit! Nicht etwa das Vampire oder Werwölfe nichts Beunruhigendes wären. Indem ich aber ihren Charakter, ihre Natur ansatzweise „definieren“ und somit „eingrenzen“ kann, bestehen auch „rationale“ Möglichkeiten zum Selbstschutz: Der Gefahr einer Vampir-Attacke kann ich durch üppigen Verzehr von Knoblauch vorbeugen. Kommt mir dennoch einer zu nahe, kann ich ihn mit Weihwasser bespritzen. Ferner darf ich mich bei Tageslicht völlig sicher fühlen – dieses nämlich vertragen Vampire überhaupt nicht!

Der visuelle Wahrnehmungsapparat entscheidet sich auf unbewusster Ebene entweder für die Vasen- oder die Gesichtsvariante. Die zweitmögliche Interpretation kann erst nach etwas längerer Betrachtung gesehen werden. Zunächst aber schließen sie sich gegenseitig aus. Sie konkurrieren innerhalb der betreffenden Hirnvorgänge zur Mustererkennung!

 

Auch die menschliche Neigung mystische Vorstellungen zu entwickeln ist auf erweiterte Effekte solcher Grundmechanismen der Psyche zurückzuführen! Werwölfe, Hexen, Zombies, Dämonen, Vampire, etc. „existieren“ deshalb, weil der Mensch Namen für Dinge benötigt, die ihn ängstigen oder verunsichern! Ich kann zwar vor „Nichts Bestimmten“ Angst haben, ich kann mir dieses „Nichts Bestimmte“ aber kaum vorstellen! Diese „unbestimmte Angst“ vor „irgendetwas Übernatürlichem“ ist operativ schlecht zu behandeln. Indem ich meiner Angst einen Namen gebe (und eine bildhafte, inhaltlich greifbare Vorstellung entwickle), reduziert sich gleichsam das Maß meiner Hilflosigkeit! Nicht etwa das Vampire oder Werwölfe nichts Beunruhigendes wären. Indem ich aber ihren Charakter, ihre Natur ansatzweise „definieren“ und somit „eingrenzen“ kann, bestehen auch „rationale“ Möglichkeiten zum Selbstschutz: Der Gefahr einer Vampir-Attacke kann ich durch üppigen Verzehr von Knoblauch vorbeugen. Kommt mir dennoch einer zu nahe, kann ich ihn mit Weihwasser bespritzen. Ferner darf ich mich bei Tageslicht völlig sicher fühlen – dieses nämlich vertragen Vampire überhaupt nicht!

ZEICHEN AUS DEM JENSEITS
Geschichten wie in nachfolgenden Beispielen gibt es viele: Ein Jugendlicher stirbt nachts bei einem Verkehrsunfall, seine Mutter schreckt in derselben Sekunde aus ihrem Tiefschlaf empor, wohl wissend, dass es um ihren Augenstern geschehen ist! In einer Februar- Nacht des Jahres 1945 heulen die Hunde im Hof einer bäuerlichen Familie unaufhörlich. Zwei Wochen später erhält die Familie die Todes-Nachricht des Sohnes, der genau in jener Nacht als Soldat im deutschen Rußlandfeldzug gefallen ist. Gab es eine mystische Verbindung zwischen Mutter und Kind oder zwischen dem Soldaten und seinen Hunden?! Man kann es natürlich nicht in Form eines ultimativen Beweises ausschließen.

ZUFALL und WUNSCHDENKEN

Hunde bellen allerdings oft aus verschiedensten Gründen. Hat man in jener Nacht wirklich eine besondere Aufmerksamkeit auf Wochentag, Datum und Uhrzeit gerichtet? Oder wurde die Gefallenenmeldung des Soldaten rückwirkend mit jener Nacht in Verbindung gebracht und den Hunden eine mystische Wahrnehmung zugeschrieben?  Und die feinfühlige Mutter, die den tödlichen Verkehrsunfall ihres Kindes „verspürt“ hat? Nun: Welche Mutter steht keine Ängste durch, sieht keine Horror-Szenarien vor ihrem geistigen Auge und schreckt nicht gelegentlich mal aus dem Schlaf, wenn sich der pubertierende Nachwuchs die Nächte in Kneipen und Diskotheken um die Ohren schlägt, den Versuchungen des Alkohols und der Drogen ausgesetzt ist und sich in seinem hormonbeflügelten Imponiergehabe im Kreise zweifelhafter Freunde womöglich auf Mutproben, Schlägereien und Moped-Rennen einlässt?! Um wie viel leichter kann die Einbildung einen Menschen täuschen, der über den Tod eines lieben Angehörigen unterrichtet wird?! Wir Menschen hassen Ereignisse, die uns emotional überfordern und sich nicht integrieren lassen! Wir brauchen Erklärungen, müssen ihnen einen Sinn zuschreiben und deshalb werden Katastrophen, die einen persönlich betreffen, gelegentlich auch mit mystischen Aspekten ausgeschmückt! Die Vorgänge im Gemüt von Eltern, die von einem Polizisten zur frühen Morgenzeit an der Haustür wachgeläutet und vom unwiderruflichen Ende ihres Kindes unterrichtet werden, kann man denke ich einigermaßen nachvollziehen! Da sind Schmerz und Entsetzen, eine ultimative innere Ablehnung gegenüber der Realität, wahrscheinlich auch (irrationale) Selbstvorwürfe („ch hätte ihm/ihr nicht erlauben dürfen, auszugehen!“). Der maßgebliche Aspekt ist wohl jener, dass man die Tatsache des voneinander Getrennt-Seins im ultimativen Augenblick schwer verkraften kann! Der Mensch, den die Überzeugung beseelt, er wäre im Augenblick des Todes (seines Kindes oder Angehörigen), obgleich räumlich getrennt, wenigstens gefühlsmäßig zugegen gewesen, konstruiert für sich selbst den tröstlichen Gedanken: „Ich habe ihn/sie verabschiedet!“ Ich denke es ist auch nicht weiter verwunderlich, dass gerade emotional geschockte Menschen in überaus größerer Häufigkeit Spuk-Erlebnisse haben und (gemäß ihrer eigenen Deutung) einen verstorbenen Angehörigen sehen oder wahrnehmen!

Natürlich sollte man einem persönlich betroffenen Menschen diese Mechanismen der Trauerbewältigung zubilligen (solange sie nicht wahnhaft und quälend werden)! Im Kontext einer rationalen Auseinandersetzung mit PSI-Phänomenen erscheint es hingegen mitnichten als angemessen, dergleichen als Realität zu erachten!

GEDANKENÜBERTRAGUNG und TELEPATHIE
Hellsehen, Telepathie, Fernwahrnehmung, Vorausahnen zukünftiger Ereignisse, etc. Von „Akte -X“-Serien ist uns derartiges bestens vertraut. Aber auch in der Welt jenseits von Hollywood werden solche Dinge mitunter ernst genommen und viele Leute glauben handfest daran! Zwischendurch mischen die Medien ein wenig mit, indem sog. „Mentalisten“ publikumswirksam Wunder vorführen oder von einem spektakulären Kriminalfall berichten, bei dem angeblich ein Hellseher oder eine Hellseherin die Polizei zum Fundort eines Entführten oder einer Leiche führte! Es ist auch bekannt, dass es Bemühungen gab, solche Dinge im Zusammenhang mit militärischer Geheimdienstarbeit anzuwenden. Zu Zeiten des kalten Krieges arbeitete man auch mit Parapsychologen! Anfang der 90er Jahre zogen die Amerikaner eine Bilanz über die parapsychologischen Bemühungen, und zwar eine überaus ernüchternde!

Wäre auch zu schön, wenn man Drogenbosse parapsychologisch aufspüren oder den nächsten größeren Terror-Anschlag vorhersehen könnte! Aber auch für zivile Zwecke wären erfolgreiche Hellseher unbezahlbar! Wo befindet sich „Maddie“ (Madeleine MC Cann) – das seinerzeit dreijährige britische Mädchen, welches 2007 in Portugal spurlos verschwand und deren Ermittlungsakte die Polizei geschlossen hat?! Wie stark könnte sich ein Hellseher profilieren und wie enorm würde er dem Glauben an solche Dinge Vorschub leisten oder gar ihre Existenz belegen, wenn er mit dem Finger auf jenen Punkt der Landkarte zeigen würde, an dem man schließlich die tote oder noch lebende Maddie finden kann?! Und wie war es mit dem 11.September 2001 (der Tag der terroristischen Anschläge auf das World Trade Center)? Zum vorausgegangenen Jahreswechsel meldeten sich wie üblich populäre Hellseher(innen) im einen oder anderen Boulevard-Magazin zu Wort, um ihre Prophezeiungen über das kommende Jahr 2001 loszuwerden! Von Flugzeugen hat keine(r) was gesagt, geschweige denn von Flugzeugen, die in einen Wolkenkratzer krachen!

Es ist immer dieselbe verflixte Situation bei den ganzen PSI-Geschichten! Es gibt manche Indizien, die den Gedanken nahelegen, es könnte was dran sein! Aber es gibt jede Menge an Beobachtungen und Fakten, die für das Gegenteil stehen! Ich möchte an dieser Stelle eine Episode einbringen, die sich in meinem persönlichen Bekanntenkreis ereignet hat: Eine Frau muss aus einem ihr nicht bekannten Grund plötzlich an eine ehemalige Freundin aus ihrer Studienzeit denken. Sie hatte bereits seit Jahrzehnten keinen Kontakt mehr zur betreffenden Person! Die unvermittelt auftretenden Gedanken an die ehemalige Kollegin werden zudem von der inneren Empfindung begleitet, dass mit dieser Person „irgendwas“ nicht stimmen würde. Am selben Abend erhält sie einen Telefonanruf von jener längst aus den Augen verlorenen Freundin. Im Verlauf des Gespräches stellt sich heraus, dass dieselbe schwere gesundheitliche Probleme hat und sich in Kürze einer heiklen Operation unterziehen lassen muss!

Solche Berichte bringen uns zum Staunen!  Aber nüchtern betrachtet dürfte hier der banale Faktor ZUFALL im Spiel sein! Stellen wir doch einmal die Gegenprobe: Wie oft denken wir an irgendwelche Menschen, auch an solche die wir längst aus den Augen verloren haben, ohne dass anschließend ein Anruf oder ein sonstiger Kontakt erfolgt!

WAHRTRÄUME

Ich träume in der Nacht von einem Bernhardiner, der an den linken Vorderreifen meines Autos pinkelt. Am nächsten Tag fahre ich zur Arbeit und muss an einem Zebrastreifen halten, der gerade von einer Passantin mit Bernhardiner überquert wird. Der Hund bleibt neben meinem Auto kurz stehen und pinkelt an den linken Vorderreifen! Was ist geschehen? Ein sog. „Wahrtraum“ – ein Ereignis, von dem man erst träumt und das sich anschließend real ereignet?! Höchstwahrscheinlich nicht! Der semantische Gehalt von Träumen ist oft sehr vage, im Gegensatz zu den starken Emotionen, die oftmals bei Träumen durchlebt werden und die sich auch deutlich ins Wach-Bewusstsein des folgenden Tages retten können! Während ich am folgenden Tag über den Traum nachdenke und Einzelheiten rekapitulieren will, konstruiert mein Gedächtnis in Wirklichkeit mehr hinzu als das es erinnert! Vielleicht glaube ich sogar erst in dem Moment, in dem der Bernhardiner an mein Auto pinkelt, dass ich dasselbe vorher geträumt habe?!

In diesem Zusammenhang liegt es nahe, kurz die sog. „Déjà-vu-Erlebnisse“ anzusprechen. Als Déjà-vu-Erlebnis bezeichnet man ein psychologisches Phänomen, das sich in dem Gefühl äußert, eine völlig neue Situation schon einmal exakt so erlebt und wahrgenommen zu haben. Man sagt dazu auch „Bekanntheitstäuschung“. Das Gegenteil hierzu wäre ein „Jamais-vu-Erlebnis“. So wird das Gefühl absoluter Fremdheit in einer eigentlich total vertrauten Umgebung bezeichnet. Demenzkranke Menschen etwa können sich mitunter in ihrer eigenen Wohnung inmitten ihrer ureigensten Habseligkeiten völlig fremd und orientierungslos fühlen oder in ihrem eigenen Spiegelbild eine fremde Person erkennen.
Aber bleiben wir bei den Dejavue`s: Bei gesunden Menschen können sie vereinzelt und spontan auftreten. Bei diversen psychischen Erkrankungen, organischen Hirnerkrankungen (insbesondere des Temporallappens), Vergiftungen oder enormer Erschöpfung können sie vermehrt auftreten. Auch durch Elektrostimulation der äußeren Temporallappen kann die gehäufte Wahrscheinlichkeit von Dejavue`s provoziert werden.

Man hat die Sache wissenschaftlich noch nicht einwandfrei klären können. Möglicher Weise sind in solchen Augenblicken Funktionsabläufe zwischen Kurz- und Langzeitgedächtnis nicht richtig aufeinander abgestimmt. In diesem Fall würde ein Déjà-vu-Erlebnis auf teilweiser Übereinstimmung aktueller und früher erlebter Situationsmerkmale zurückzuführen sein, die nach dem „pars-pro-toto-Prinzip“ (bedeutet sinngemäß: „ein Teil steht für das Ganze“) ergänzt werden: Eine vertraut anmutende Situation enthält bspw. einen besonderen, bekannten Geruch. Dieser einzelne Aspekt erzeugt dann ein Wiedererkennen, das auf die Gesamtsituation übertragen wird.

Wie auch immer – der springende Punkt besteht darin, dass es sich nicht um die wirkliche Wiederholung einer Situation handelt, sondern nur um die Empfindung einer Wiederholung. Viele Dinge die wir als wirklich empfinden sind es nicht! Optische Täuschungen, verfälschte Erinnerungsinhalte, etc. vermögen uns effektiv in die Irre zu leiten. Man kann sogar mit einem vergleichsweisen einfach aufgebauten Experiment eine Versuchsperson dazu verleiten, eine vor ihr auf dem Tisch liegende Gummihand als die eigene wahrzunehmen! Eine Berührung der Gummihand erzeugt beim Probanden dann eine Sinnesempfindung die einem Kribbeln, Jucken oder einem „Phantomschmerz“ gleicht! Als Phantomschmerz bezeichnet man am Rande bemerkt Schmerzen, die Menschen nach einer erfolgten Amputation, in der nicht mehr vorhandenen Gliedmaße wahrzunehmen glauben! Die Erklärung hierfür ist in den nach wie vor vorhandenen, funktionstüchtigen und nun eigentlich „arbeitslosen“ sensorischen Hirnregionen zu sehen, welche die betreffende Gliedmaße repräsentieren und den entsprechenden Sinnesinput empfangen haben.

„WACHTRÄUME“ DURCH SCHLAFSTARRE

Wenn wir schlafen und träumen, ist der Körper normalerweise gelähmt. Ansonsten würden sich die Muskeln beim Träumen mitbewegen, was am Rande bemerkt, bisweilen tatsächlich vorkommt. Dann schlafwandelt der Betroffene. Es gab schon Kinder, die nachts in ihrem Schlafzimmer eingeschlossen werden mussten, damit sie nicht (ohne dabei zu erwachen!) im Haus umherliefen oder dieses sogar verließen! Im Augenblick des Erwachens verschwindet die Lähmung üblicher Weise augenblicklich mit dem Traum.

Allerdings gibt es einen gar nicht so selten auftretenden Effekt, der als „Schlafstarre“ bezeichnet wird: Dies bedeutet: Das Bewusstsein erwacht, noch ehe die Bewegungsfähigkeit des Körpers, also die Möglichkeit einer willentlichen Kontrolle über die Muskeln, gewährleistet bzw. möglich ist. Die Schlafstarre ist oftmals von beängstigenden Erscheinungen begleitet. Man fühlt sich bedroht oder man sieht sogar nicht vorhandene Dinge, die einem real erscheinen, zumal man im Grunde bereits das normale „Wachbewusstsein“ erlangt hat!

Der Versuch sich zu bewegen ist dann oftmals von der Empfindung begleitet, der Körper würde von irgendeiner Kraft niedergedrückt oder ein (physisches) Gewicht würde auf ihm lasten!

Ich selbst hatte ein sehr eindrucksvolles Erlebnis dieser Art: Ich schien von einem Traum zu erwachen, jedenfalls erachtete ich mich selbst als wach bzw. „soeben erwacht“ und empfand meine Bewusstseinsfunktionen (Wahrnehmung, Erinnerung, Orientierung, Kognition) als vorhanden. Mir war ferner bewusst, in meinem Bett zu liegen. Plötzlich schien irgendwer Schabernack zu treiben und mir die Bettdecke wegziehen zu wollen. Ich öffnete (vermeintlich) meine Augen (real waren sie weiterhin geschlossen bzw. konnten mangels Körperkontrolle gar nicht geöffnet werden) und wähnte mich bösem Spuk ausgesetzt! Weit und breit niemand zu sehen, dennoch zog jemand oder etwas (Unsichtbares) kräftig an meiner Bettdecke und mit viel Krafteinsatz meiner Arme (die in Wirklichkeit genauso regungslos im Bett lagen wie der restliche Körper) verhinderte ich ein vollständiges Entreißen. Im nächsten Moment sprang eine zweidimensionale Gestalt auf mein Bett und setzte sich auf meinen Oberkörper. Das Wesen hatte die Kontur einer etwa 180cm großen Person. Es war scheinbar aus schwarzem Pappkarton ausgeschnitten und glich einer Zeichentrickfigur. Ich versuchte dieses Wesen von mir wegzudrücken, von meinem Bauch und Brustkorb herunterzustoßen. Dieser Versuch war von einer überaus plastischen, kinästhetisch-haptischen Empfindung begleitet: Das feindselig-übernatürliche Wesen schien in seinen Armen eine mir ebenbürtige Körperkraft aufzuweisen. Unsere Hände mit den ineinandergreifenden Fingern drifteten zu Seite, so wie zu schwere Kurzhanteln, die man in Rückenlage von einer Fitness-Bank zu stemmen versucht, seitlich aus der Bewegungslinie ausbrechen (ehe sich schließlich zu Boden knallen und rügende Blicke der anderen Besucher im Fitness-Center auf uns lenken). Im nächsten Moment machte dieses Wesen einen Sprung über meinen Kopf hinweg und verschwand vollständig in der Wand meines Schlafzimmers! Nun erst erwachte mein Körper (während ich mich psychisch bereits vorher als wach empfand!). Als sich meine Augenlider diesmal wirklich (quälend langsam) öffneten, fühlte es sich so an, als würde jedes eine halbe Tonne wiegen und von einem viel zu schwachen, überforderten hydraulischen Mechanismus mühselig angehoben.

Wäre ich ein gewöhnlicher Mensch des 14. bis 17. Jahrhunderts (oder einer noch früheren Zeit) ohne naturwissenschaftliches Wissen und ohne Kenntnis dessen, was eine „Schlafstarre“ ist, hätte ich am selben Morgen am Frühstückstisch höchstwahrscheinlich Stein und Bein darauf geschworen, von einem Dämon heimgesucht worden zu sein! Unter denkbar ungünstigen Umständen hätte so eine Mär sogar die Ursache für einen Hexenprozess liefern können?!

TELEKINESE, GLÄSERRÜCKEN, WÜNSCHELRUTE
Mit dem Geist die Materie beeinflussen ist eine ebenso spektakuläre und vertraute Vorstellung wie jene der Telepathie. In seriösen wissenschaftlichen Instituten versucht man solche Dinge nachzuweisen!  Man erwartet von niemanden, dass er einen Tisch zum Schweben bringt! Man begnügt sich mit Versuchen, die belegen sollen, dass ein Mensch ein Zufallsereignis zu Gunsten eines vorher definierten Ergebnisses beeinflussen kann! Die Ergebnisse sind widersprüchlich, interpretationsabhängig und wenn sie doch mal eindeutig sein sollten, lassen sie sich nicht reproduzieren! Identische Versuchsanordnungen liefern also unterschiedliche Ergebnisse, aber wenn eine große Anzahl von Durchgängen zusammenfassend bewertet wird, befindet man sich (zumeist) wieder im Bereich der zufälligen Wahrscheinlichkeit!

Das amerikanische „PEAR“-Institut hat an verschiedenen Punkten des Globus Zufallsgeneratoren aufgestellt, deren Kernstück eine Rauschdiode ist, deren thermisches Rauschen ein absolutes Zufallsereignis darstellt. Nun gibt es beeindruckende Beobachtungen! Am Tag etwa, als die englische Prinzessin Diana tödlich verunglückte, wich deren Aktivität gravierend von der Zufallskurve ab! Allerdings: Solche Ausreißer passieren immer wieder mal, und zwar auch an Tagen, an denen nach menschlichem Ermessen nichts Besonderes auf der Welt passiert!

Experimentelle Ergebnisse mit Wünschelruten- Gängern belegen in der Summe im Übrigen ebenfalls eine Trefferquote, die den Zufallsfaktor nicht übersteigt!

Bei okkulten Vorgängen wie dem Gläserrücken (eine Art der „Geisterbeschwörung, bei der mehrere Teilnehmer je einen Finger auf ein Glas legen, welches sich anschließend auf Buchstaben zubewegt, welche kreisförmig auf dem Tisch angeordnet sind) spielen subtile natürliche Faktoren wie etwa die Erwartungshaltung der Teilnehmer mit hinein! Hierzu ein simples Experiment: Bittet man eine X-beliebige Person zu erklären, was eine Wendeltreppe ist, wird diese ihre verbale Erläuterung mit einer gestikulierenden Kreiselbewegung des Zeigefingers untermauern! Beim Gläserrücken braucht nur ein Teilnehmer etwas nervös zu zucken, und schon setzt sich das Glas in Bewegung. Andere erschrecken im selben Augenblick und verstärken den leichten Bewegungsimpuls unbewusst infolge ihrer Erwartungshaltung!

NATURWISSENSCHAFTLICHES FAZIT

Eine endgültige Klärung bezüglich dessen, ob und in welchem Umfang es PSI-Phänomene außerhalb der Faktoren Zufall, Sinnestäuschung, Betrug und Einbildung überhaupt gibt, steht noch aus oder wird vielleicht niemals erbracht werden! In Bezug auf experimentelle Daten sind die gemessenen PSI-Effekte so klein, dass eine Diskussion darüber, ob sie nun tatsächlich existieren oder nicht, in der Natur des Forschungsgegenstandes selbst liegt.

Hinweis: Quelle für Inspiration und Information zu dieser Kurz-Abhandlung waren u.a. ein Bericht des Magazins DER STERN (Nr.44 vom 23.10.2003; Titelthema) und ein Bericht des Magazins „GEHIRN UND GEIST“ (Nr. 3 vom März 2007; Titelthema).